Wie du deine Ziele erreichst

Wenn du im Zusammenleben mit deinem Hund noch Wünsche offen hast, und nicht genau weißt, wie du deine Träume verwirklichen kannst, bist du hier richtig.

Wenn du unzufrieden bist, und oft ärgerlich, frustriert oder richtig wütend wirst, weil dein Hund irgendwas wirklich Blödes tut, lies weiter.

Wie werden Träume wahr?

Kannst du dich noch an deine Träume erinnern, die du vom Leben mit Hund hattest? Wie hast du dir dein Leben vorgestellt, wenn ein Hund bei dir sein würde?

Niemand stellt sich vorher vor, dass es Probleme gibt. Jeder glaubt, dass der eigene Hund mit etwas gesundem Menschenverstand und Konsequenz keine schlechten Verhalten an den Tag legen wird.

Bis der Hund eingezogen ist, und der Alltag dich einholt. Irgendwann wachst du auf. Du stellst fest, dass alles gerade so vollkommen anders ist als geplant. Du hast schon gar keine Lust mehr, mit deinem Hund raus zu gehen, weil du erwartest, dass es wieder Schwierigkeiten geben wird. Oder keine Lust aufzustehen, weil dein Hund sofort anfangen wird zu bellen.

Wie kannst du wieder zurück kommen zu deinen Wurzeln, zu dem Leben mit Hund, das du dir so sehnlichst gewünscht hast? Wie werden deine Träume wahr?

1. Schritt: Klarheit über deine Träume

Wenn du deinen Traum mit Hund leben möchtest, musst du ihn genau kennen. Lasse dich dabei nicht beeinflussen von inneren Stimmen, die dir sagen wollen, dieses oder jenes geht nicht. Denn egal ob du sagst: „Ich kann das nicht“ oder ob du sagst: „Klar, das schaffe ich!“ – du wirst immer Recht haben.

Viele glauben, sie hätten schon „alles“ probiert – und nichts davon war wirklich erfolgreich. Sie springen von einer Trainingsmethode zur anderen, und beweisen sich selbst immer wieder, dass bei ihrem Hund und ihrem Problem nichts hilft. Das ist natürlich Quatsch. Wenn ein Weg nicht zum Ziel führt, sucht man einen anderen. Das ist nicht schlimm. Richtungskorrekturen gehören dazu.

Allerdings hätte ich mir Jahre gespart, wenn ich damals gewusst hätte, dass es einen freundlichen, gewaltfreien Weg gibt, um meine Ziele zu erreichen. Wenn du auch so einen Weg gehen möchtest, und das Vertrauen deines Hundes nicht verspielen willst, solltest dir das bewusst sein. Verlasse dann diese Art von friedlichen Wegen nicht, auch wenn du eine Richtungskorrektur machen möchtest.

Deinem Traum steht nichts im Weg

Deinem Traum von einem glücklichen Zusammenleben mit Hund steht nichts im Weg. Du kannst ihn erreichen und so leben, wie du es dir vorgestellt hast. Vorausgesetzt, dass du auch an die Bedürfnisse deines Hundes gedacht hast dabei. Es macht keinen Sinn, zu erträumen, dass dein Hund dich buchstäblich überall  hin begleitet – denn Menschenmengen mag so gut wie kein Hund.  Ich würde niemals meinen Hund mitnehmen zum Shoppen, weil ich immer gleich mehrere Stunden brauche und was soll mein Hund in Kaufhäusern? Ja, ich dachte früher, mein wohlerzogener Hund würde lernen, sich da ruhig hinzulegen und abzuwarten…. weil ich nichts von Hunden wusste.

Du passt deine Träume an die Realität des Hundes an, denn dein Hund ist ja kein Traum, sondern ein Lebewesen. Er hat Bedürfnisse, ist eine Persönlichkeit.

Deswegen musst du deine Träume nicht begraben, sondern vielleicht etwas verändern.

Was ist die Essenz in deinen Träumen?

Viele Menschen suchen im Hund eine mit ihnen verbundene Seele, die sie wortlos versteht. Das erreichst du, indem du deinem Hund ein wahrer Freund bist:

  • hilf ihm in schwierigen Situationen
  • schimpfe nicht, wenn er etwas falsch macht
  • gib ihm, was er braucht
  • und lasse ihn nicht unnötig alleine

Damit alleine erreichst du allerdings nicht unbedingt immer gutes Verhalten. Denn der erste Punkt „hilf ihm in schwierigen Situationen“ bedeutet Training. Wie kannst du ihm helfen, sich so zu verhalten, wie du es dir vorstellst? Genau das ist Hundetraining. Dafür genügen Träume nicht, sondern du benötigst Ziele.

2. Schritt: Klarheit über deine Ziele

Formuliere die Ziele so genau wie möglich, und zwar positiv. Statt „Bello soll nicht mehr ziehen“ schreibst du „Bello kann an lockerer Leine gehen“. Schreibe dir auf, was du erreichen willst. Denke dabei auch an deinen Hund: Ist das Ziel für euch beide von Vorteil? Wenn du weißt, dass ein bestimmtes Ziel von deinem Hund viel Impulskontrolle verlangt, dann lege gleich dazu fest, wie er wieder auftanken kann.

Bei der Formulierung deiner Ziele achte darauf, dass das zielführende Verhalten durch dich auszulösen und aufrechtzuerhalten sein muss. Du darfst dabei nicht erwarten, dass andere zuerst etwas tun müssten, damit du ans Ziel kommst.

Beispiel: Hundebegegnungen – Wenn dir Menschen begegnen, die „alles falsch machen“, kannst du trotzdem die Situation so gut wie möglich beherrschen, ohne die anderen zu ändern. Meckern und sich aufregen gehören dann der Vergangenheit an, weil du die Kontrolle und die Verantwortung übernimmst.

Schreibe dir jetzt deine Ziele auf, so als ob du nicht scheitern könntest. Think big. Denke ruhig groß, denn meistens kannst du viel mehr erreichen als du glaubt.

Formuliere Ziele für dich genauso wie für deinen Hund. Wie möchtest du sein? Was möchtest du tun, oder sagen? Wie verständigst du dich mit deinem Hund? Hört er auf ein Wort? Zeigt er Blickkontakt? Soll er lernen, selbst souverän zu reagieren, so dass du kaum eingreifen musst?

Je genauer du alles aufschreibst, um so besser. Wo bist du, was siehst du, was hörst du, kannst du etwas riechen? Welches Gefühl hast du? Fühlst du dich sicher, fröhlich, frei, sorglos? Bist du kraftvoll, vital und fit? Atmest du ruhig und tief ein und aus? Spürst du die klare Luft, die du einatmest? Wonach riecht sie? Wie ist deine Körperhaltung? Stehst du aufrecht, dynamisch, beweglich?

3. Schritt: Schreibe deine Liste

Schreibe jetzt die Liste deiner Träume und Ziele. Nimm dir dafür ruhig 10-15 Minuten Zeit, um ganz in Ruhe alles aufzuschreiben, was dir einfällt.

4. Schritt: Mache aus deinen Träumen einen Plan

Gehe nun die Liste durch und schreibe dir überall dahinter, wann du das Ziel erreichen möchtest.

Welche Ziele sind für dich besonders dringend? Was möchtest du so schnell wie möglich lösen?

Bedenke dabei, dass besonders lange Gewohnheiten auch etwas brauchen, um wieder abgewöhnt zu werden. Das heißt, wenn dein Hund seit 4 Jahren an der Leine zieht, wird es länger als 2 Wochen dauern, es ihm wieder abzugewöhnen, bzw. ein neues Verhalten aufzubauen.

Wenn aber das Ziehen für dich das größte Problem ist, kannst du genau damit beginnen im Training.  Das wäre dann das erste Ziel, das du erreichen möchtest.

Schreibe auf diese Weise alle Ziele so untereinander, dass du für die Bearbeitung eine Reihenfolge hast.

Vielleicht kannst du sogar an zwei Zielen zugleich trainieren. Wenn eines draußen stattfindet (Ziehen an der Leine) und das andere im Haus (Krallen schneiden) ist das kein Problem.

Beachte dabei aber, dass das Training für deinen Hund anstrengend ist, und er irgendeine Form von Ausgleich braucht. Joggen, Freilauf, Spiel mit Artgenossen oder mit dir könnten so ein Ausgleich sein. Aber auch gemeinsam Kuscheln oder Suchspiele helfen manchen Hunden, wieder ins Lot zu kommen.

5. Schritt: Inventur der Werkzeuge

Hast du alles, was du brauchst, um die Ziele zu erreichen? Weißt du wie du vorgehen kannst? Musst du nur anfangen? Dann los.

Oder sagst du: „Ich weiß nicht, wie ich Fiffi dazu bringen soll, an lockerer Leine zu gehen. Ich habe schon alles probiert…“ ? Dann brauchst du Hilfe. Du kannst lernen, welche Möglichkeiten zu hast, zu handeln. Du kannst dir neue Werkzeuge aneignen, mit denen du dein Ziel erreichst. Buche ein Training, lies ein Buch, kaufe dir ein Online-Programm – lerne auf jeden Fall dazu. Und vergiss nicht: Du willst den freundlichen, friedlichen Weg gehen. Kritisch lesen gehört also unbedingt dazu.

Notiere dir, was du schon kannst. Solche Dinge wie ein sicherer Rückruf, ein schnelles Sitz oder die zügige Reaktion auf ein Aufmerksamkeitssignal sind doch sehr gute Werkzeuge für den Anfang.

Wenn du ganz sicher gehen willst, mache Inventur bei deinen Signalen. Schreibe alle deine Signale auf und teste sie jeweils 5 Mal hintereinander in verschiedenen Situationen.

Beispiel Sitz:

5 x Sitz zu Hause.

5 x Sitz vor dem Haus

5 x Sitz auf dem Gassi

5 x Sitz mit größerer Ablenkung

Dabei machst du dir Notizen, wie oft dein Hund zügig und richtig reagiert hat. 4 von 5 Mal ist sehr gut. Dieses Signal ist ein gutes Werkzeug für dein Training.

Hat dein Hund noch Probleme, kannst du hier ansetzen zu trainieren. Denn manchmal helfen die gute alten Signale am allerbesten. Neues kannst du immer noch dazu lernen.

Schritt 6: Was brauchst du noch?

Gibt es noch weitere Dinge, die du benötigst für den Weg ins Ziel? Hast du Ängste, die du ablegen musst? Brauchst du Zeit, um genug Mut zu haben, dein Training zu beginnen? Bist du gesund und fit, um das zu tun, was du tun möchtest? Auch diese Dinge brauchen deine Aufmerksamkeit. Denn nur wenn du selbst in einem kraftvollen Zustand bist, kannst du deinem Hund und dir gut helfen.

Veränderung braucht manchmal eben doch etwas Zeit. Allerdings solltest du dich nicht dahinter verstecken und alles aufschieben bis zum „St. Nimmerleinstag“, wie man hier so sagt.

Auch hier ist Hilfe holen ein guter Rat. Mit der Unterstützung eines Coaches wirst du Ängste in kleinen Schritten los und kommst dadurch zügig an dein Ziel.

Nur wenn du los gehst, kannst du ankommen.