Hilfe, mein Hund spielt nicht!

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Hilfe, mein Hund spielt nicht!

Diese 6 Fehler beim Spielen sind häufig der Grund.

Manche Hunde spielen für ihr Leben gern, andere schauen das Spielzeug nicht mal mit dem Hintern an… Erfahre, wie du deinen Hund dazu bringen kannst, doch mit dir zu spielen.

Gründe

Sicher gibt es sehr unterschiedliche Gründe, warum Hunde nicht gern spielen. Manche davon liegen in der Vergangenheit des Hundes begründet, und sind daher schwer oder gar nicht nachzuvollziehen. Viel häufiger aber liegt es an der Art und Weise, wie der Mensch spielen möchte.

Stress als Grund

In manchen Fällen ist der Hund einfach zu gestresst, um spielen zu können. Wenn ein Hund Ängste hat in der Umwelt, wird Spiel unmöglich. Das ist logisch, denn der Hund fühlt sich sehr unsicher, und sein Gehirn kann sich natürlich jetzt nicht auf Spiel einlassen. Es muss zuerst dafür sorgen, dass die Situation wieder sicher wird für den Hund.

Manchmal ist es Hintergrundstress, der chronisch wirkt. Solch ein Dauerstress kann entstehen durch Fehler im Umgang, unbearbeitete Ängste, zu viel oder zu wenig Abwechslung bzw. Auslastung, Krankheit und vieles mehr.

Wenn du den Eindruck hast, dass dein Hund unter Stress leidet, nimm dir bitte einen guten Trainer und lass dir helfen. Häufig sieht man den Wald vor lauter Bäumen nicht…

Jetzt zeige ich dir 6 häufige Fehler, die beim Spielen mit Hunden gemacht werden.

Dein Hund spielt nicht mit dir?

Fehler Nr. 1: Spielzeug wird frontal zum Hund geführt.

Viele Hundehalter halten ein Spielzeug in der Hand, und zeigen es ihrem Hund. Hat der kein Interesse, wird das Spielzeug dichter zum Hund geführt.  Dies fühlt sich für den Hund aber nicht an wie eine Einladung zum Spielen, sondern wie eine Bedrohung.

So machst du es besser:

Spiele das Spielzeug weg vom Hund. Stelle dir vor, es sei ein kleines Tierchen, das davonhuscht. So bewegst du das Spieli vom Hund weg, in kleinen, ruckartigen oder langsamen Bewegungen. Immer weg vom Hund, nie in seine Richtung.

Fehler Nr. 2: Der Mensch beugt sich frontal vor den Hund

Diese Körpersprache des Menschen wirkt auf den Hund bedrohlich. Frontales Stehen alleine ist schon eher bedrohlich, aber wenn du dich dann noch nach vorne beugst, kann sich dein Hund nicht vorstellen, dass du es gut mit ihm meinst. Er fühlt sich bedroht und glaubt, er dürfe das Spielzeug jetzt auf keinen Fall nehmen…

So machst du es besser:

Stelle dich zum Spielen immer seitlich vom Hund hin, so dass du nie frontal stehst. Starre ihn nicht an, sondern schaue ein wenig an ihm vorbei, oder mache die Augen halb zu. Lächle, und mache ein entspanntes Gesicht. Denn auch das angespannte Anstarren des Hundes, das viele Hundehalter zeigen, die darauf warten, dass ihr Hund endlich spielt, ist nicht hilfreich.

Bewege dich nicht auf den Hund zu, sondern gehe rückwärts von ihm weg mit deinem Spielzeug. Spiele es wie oben beschrieben wie ein Tierchen weg vom Hund.

Fehler Nr. 3: Dein Hund weiß nicht, was du von ihm erwartest

Häufig sehe ich, dass Hunde schon kurz probieren, ob sie zum Spielzeug hin sollen, aber da sie kein positives Feedback bekommen, lassen sie es schnell wieder.

So machst du es besser:

Nutze dein positives Markersignal, um deinem Hund zu erklären, dass er zum Spielzeug greifen darf. Nimm gute Belohnungen dazu, die du ihm sofort danach gibst, wenn er danach fragt. Falls er jetzt schon spielen möchte, spielst du natürlich mit!

Fehler Nr. 4: Dein Hund hat einfach kein Interesse an deinen Spielsachen

Manchmal liegt es tatsächlich nicht an der Körpersprache oder der Art, wie gespielt wird, sondern der Hund hat einfach nicht gelernt, mit Spielzeug umzugehen.

So machst du es besser:

Manche Hunde spielen nicht gerne mit Plastik- oder Gummi-Spielzeug, sondern lieber mit Naturmaterial. Tannenzapfen, Äste (ohne Verletzungsgefahr, bitte Obacht!) oder einfach Blätter, eine Feder oder so etwas sind oft mehr nach ihrem Geschmack. Probiere einige Male aus, ob du deinen Hund mit diesen Dingen beglücken kannst.

Aber auch unter „Spielzeug“ gibt es diverse Dinge, die manchen Hund richtig begeistern.

Hier ein paar Beispiele:

  • gefüllte Futterbeutel
  • Felldummy
  • gefüllter Fellfutterbeutel (sozusagen die Steigerung…)
  • Stofftiere, die das Beuteschema nachempfinden (Ratti als Beispiel, siehe Foto oben)
  • etwas aus Pappe, dass der Hund zerfetzen kann und dann Futter findet darin

Du kannst aber über Training auch Interesse wecken an „normalem“ Spielzeug.

Dafür zeige ich dir jetzt 2 Wege:

Der „einfache“ Weg: (Klassische Konditionierung= Verknüpfung)

Lege das Spielzeug immer mit auf den Boden, wenn du deinem Hund das Futter servierst. Beobachte einfach mal, was passiert. Häufig gibt es nach ein paar Tagen eine Annäherung zum Spielzeug, Neugierverhalten. Das kannst du markieren und belohnen. (siehe unten)

Der Weg über das Formen:

Vorbereitung

Dafür brauchst du sehr gute Futterbelohnungen, die etwa erbsengroß oder ein wenig größer sein sollten. Du brauchst ein positives Markersignal, um eine genaue Verständigung zu erreichen.

Das Futter befindet sich in einem Leckerchenbeutel. Du nimmst es jedes Mal erst dann heraus, nachdem du das Markersignal gegeben hast.

Und so geht`s:

Zeige deinem Hund das Spielzeug, und markiere sofort, sobald er hinschaut.

Gib ihm anschließend ein Leckerchen.

Wiederhole das mehrmals.

Siehst du eine Veränderung? Nähert sich dein Hund bereits etwas dem Spielzeug?

Dann markierst du die Bewegung zum Spielzeug. Warte nicht auf längeres Hingehen, sondern markiere anfangs jede Neigung des Körpers, dann das erste Pfote heben, dann den ersten Schritt…

Wenn das gut klappt, markierst du im nächsten Schritt das Berühren des Spielzeugs mit der Nase oder der Pfote. Überlege dir aber vorher, was du am Ende haben möchtest: Soll dein Hund den Gegenstand mit der Pfote anstupsen oder soll er ihn in seine Schnauze nehmen? Markiere nur das, was du am Ende sehen willst.

Wenn dein Hund in 8 von 10 Versuchen das Spielzeug immer anstupst, warte mit deinem Markersignal ein wenig. Öffnet er die Schnauze? Jetzt markierst du!

Markiere ein paar Mal das Anstupsen mit geöffneter Schnauze, bis du erreichst, dass dein Hund den Gegenstand in den Fang nimmt. Markiere auch das einige Male, bis es richtig sicher klappt.

Lasse ihn dann den Gegenstand einen Schritt tragen, bevor dein Markersignal kommt. Jetzt hast du gewonnen.

Die meisten Hunde sind spätestens bei dem Schritt überzeugt davon, dass Spielzeug auch ganz gut sein kann. Zumindest DAS Spielzeug, mit dem du trainiert hast.

Fehler Nr. 5: Es wird geworfen und geworfen….

Für viele Menschen ist das Werfen eines Balles DAS Hundespiel schlechthin. Dabei ist dauerndes Werfen in fast allen Fällen stressend für die Hunde. Häufig zeigen Hunde, dass sie nicht weiter spielen möchten, indem sie sich den Gegenstand nicht gerne abnehmen lassen. Sie fürchten einfach, dass er wieder geworfen wird.

Leider können sie oft nicht anders, als dann doch wieder hinterher zu rennen, und der Mensch glaubt, das macht ihm Spaß.

Großer Irrtum!

So machst du es besser:

Nach einem oder zwei Würfen darf dein Hund den Ball oder die Frisbeescheibe behalten und tragen. Falls er das nicht tun möchte, bekommt er im Tausch für das Loslassen ein Leckerchen. Ihr macht etwas anderes. Entspannung ist eine gute Idee, und zwar so, dass der Hund das Spielzeug sieht. So wird es „entknüpft“ von der Erregung, die das Rennen / Hetzen des Spielzeugs mit sich bringt. Damit hilfst du deinem Hund, nicht sofort aufgeregt zu werden, wenn er den Ball sieht.

Du kannst den Ball (oder sonstiges) auch verstecken. Suchspiele lieben die allermeisten Hunde sehr! Dabei geht die Erregung längst nicht so hoch wie beim Dauerwerfen, und die Nasenarbeit lastet den Hund artgerecht aus.

Viele Hunde lieben auch Zerrspiele mit ihrem Menschen. Dafür achtest du auf deine Körpersprache (siehe Fehler Nr. 1 und 2) und lässt dich mit dem Zerrspielzeug am besten „fangen“ von deinem Hund. Zerre nicht zu heftig, und achte auf den Nacken deines Hundes – nicht nach oben ziehen!  Selbst wenn der Hund sehr stark zerrt und schüttelt, antworte nicht in der gleichen Stärke. Übrigens darf dein Hund dabei knurren, denn das ist Spielknurren. 

Natürlich kann ein Hund auch ein Spielzeug verteidigen als seine Ressource, aber dann hast du ein anderes Problem, nämlich das des  Verteidigens von Ressourcen, und nicht das des nicht Spielens. Wenn du entdeckst, dass dein Hund sein Spielzeug verteidigt, lasse dir von einem guten Trainer zeigen , wie du damit umgehen kannst. Du lernst, wie du deinem Hund mehr Sicherheit gibst, so dass er keine Sorge vor Verlust haben muss.

Fehler Nr. 6: Im Spiel wird kommandiert

Menschen wollen immer gerne das Sagen haben. Also wird, kaum dass der Hund ein Spielzeug in den Fang nimmt, „Aus!“ gesagt, damit er es wieder loslässt. Oder es wird ein „Sitz!“ verlangt, bevor er es abgeben soll. Das ist kein Spiel, sondern Training. Dein Hund verbraucht dabei jede Menge Impulskontrolle, während du glaubst, dass er Spaß hat.

So machst du es besser:

Verstehe mich nicht falsch. Ich nutze Spiel auch im Training. Aber bewusst. Wenn ich einen Hund habe, der nicht gerne spielt, kann ich das noch gar nicht nutzen. Dann macht es mehr Sinn, erst einmal in Ruhe ein schönes Spiel aufzubauen, bei dem beide Spielpartner gleichberechtigt spielen miteinander. Verzichte dabei auf die üblichen Signale und hab einfach mal Spaß mit deinem Hund. Trainieren kannst du später immer noch!

BonusTipp: Ein Spiel richtig beenden

Nach dem Spiel darfst du dir noch ein wenig Zeit nehmen, und gemeinsam mit deinem Hund entspannen. Spielen ist schön, aber wenn etwas Schönes aufhört, tritt Frustration auf. Dagegen hilft es, die Erregung ein bisschen herunter zu fahren, und gemeinsam etwas ruhiger zu werden.

Setze dich entspannt hin, wenn du ihm Haus bist. Draußen geht das manchmal auch, wenn nicht, dann hocke dich neben deinen Hund.

Lässt er sich gerne durch Berührung entspannen? Dann nutze das und massiere ihn so wie er es mag. 

Ist dein Hund kein Streichelhund? Vielleicht hilft ihm dann die Berührung gar nicht. Gib ihm Futter auf den Boden, das er aufsammeln darf. Das entspannt die Nackenmuskulatur und fokussiert ihn ein wenig auf die Suche. Das Fressen beendet die aktive Spielphase und führt dazu, dass entspannende Stoffe im Körper ausgeschüttet werden.

Darum kann jeder Hund davon profitieren, auch die Streichelhunde.

Wenn du das Spiel immer auf diese Weise beendest, sorgst du dafür, dass weder du noch das Spielzeug nur mit Aufregung verknüpft ist. Außerdem hilfst du deinem Hund, nach dem Spiel wieder entspannt sein zu können.

 

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Lass uns gemeinsam Großartiges erreichenbeginne deine Reise

 

Über die Autorin Bettina Haas

Bettina Haas, Hundetrainerin aus Leidenschaft, zeigt dir, wie du zum besten Freund und Trainer für deinen Hund wirst. Damit du schnell und nachhaltig zum Erfolg kommst und dein Leben mit Hund (wieder) richtig genießen kannst!

13 Antworten

  1. Richtig gut beschrieben.Da ich einen übermütigen Boxer habe sind die Ratschläge sehr hilfreich, man muss beim Spiel sich nur immer wieder daran erinnern,damit es in Fleisch und Blut übergeht.

  2. Seit 1.12.21 haben wir einen weiblichen Hund 1 Jahr aus dem tierheim.yuki war sehr ängstlich..Bei jedem auf sie zugehen reißt sie aus.jetzt trägt sie schon eine Jacke, läuft mi Leine und sogar ohne auf freien Feld.. Im schnee fühlt sie sich am wohlsten.leider hört sie nicht auf Kommandos.wir zeigen die Jacke und sagen komm wir gehen raus, verkriechen sie sich in die äußerste Ecke.sie spielt leider auch nicht.sie ist stubenrein und ganz lieb.irgendwie aber zu ruhig. Zu lieb.vielleicht vermißt sie ihr Rudel? Oder ist krank? Sie hechelt auch abends sehr viel.müssen wir uns Sorgen machen???

    1. Hallo Jutta,
      verstehe ich das richtig, dass sich Dein Hund verkriecht, wenn ihr rausgehen wollt? Hat sie draußen Ängste? Oder liegt es am Geschirr oder der Jacke?
      Ich kann aufgrund der wenigen Worte kein vernünftiges Feedback geben.
      Allerdings hört es sich schon so an, als ob Euch Unterstützung gut täte. Wenn ihr jetzt sofort eine positiv arbeitende Trainer*in ins Boot holt, läuft von Anfang an alles besser. Das macht in jedem Fall Sinn!

      Es kann auch sein, dass sie krank ist, wenn sie stark hechelt – oder aber sie hat starken Stress.
      Ich würde in jedem Fall mit einem guten Trainer oder Trainerin zusammenarbeiten an Eurer Stelle.

      Liebe Grüße
      Bettina

  3. Hallo Jutta, seit fast 2 Monaten haben wir eine 12jährige Setterdame aus dem Tierschutz, sie ist sehr lieb und die lernt sehr schnell. Spielen hat sie anscheinend nie gelernt. Wir haben es mit einen Kong probiert, Bälle werfen und haben einen Apportierbeutel gekauft. Alles beschnuppert sie und sie erhält sofort eine Belohnung. Mehr passiert aber auch nicht. Sie ist dann sehr schnell desinteressiert. Anders sieht es aus, wenn uns beim Gassi gehen eine Katze über den Weg läuft. Dann will sie sofort losrennen. Jeden morgen erhält sie ihre Futteration verstreut auf dem Rasen sodass sie dies durch erschnüffeln suchen muss. Das macht ihr Spaß und ist mittlerweile eine kleine Leidenschaft geworden. Aber wie kann ich sie zum spielen animieren?

    1. Hallo Jessi,

      vielleicht ist die Setterdame mit 12 Jahren einfach nicht mehr so spiellustig. Es könnte auch sein, dass sie irgendwo Schmerzen hat, und deshalb nicht spielt. Wenn die Jagdmotivation angesprochen wird durch eine Katze kann sowas schnell in Vergessenheit geraten, und bei anderen Spielen trotzdem der Grund sein, warum nicht gespielt wird.
      Ich denke, ihr werdet andere Dinge finden, die ihr gemeinsam machen könnt. Etwas beobachten zum Beispiel, oder eine Spur verfolgen.
      Auch mit Futter kann man spielen, indem man mal ein Leckerchen wirft oder unterwegs versteckt.

      Ansonsten liegt es manchmal auch daran, dass falsch gespielt wird. Spielzeug, das einfach nur daliegt, ist garnicht spannend. Es müsste sich wie ein Mäuschen vom Hund weg bewegen, dann wäre ihre Lust zum Spielen vielleicht größer.
      Möglich ist auch, dass euer Ansatz gut funktioniert mit dem Futter, sobald sie hinschnuppert, und sie nur noch etwas Zeit braucht.

      Du siehst, es gibt viele Antworten – hoffe es hilft ein bisschen.

      Liebe Grüße
      Bettina

  4. Liebe Bettina, ich habe sehr verängstigten Hund – genauso wie du es beschrieben hast. Er ist jetzt 1Jahr und seit acht Monaten bei mir er ist ein Ei Straßen hund, der von einer Tierschutzorganisation gerettet wurde. Er spielt mit mir nur auf der für ihn sicheren Couch, das ist sein Wohlfühlplatz wo er auch frisst und entspannt schläft. Den Fußboden im Haus benutzt ihr eigentlich nur um zu seinem Wasserschüssel zu kommen oder die Zimmer zu wechseln, auch das fressen schafft er nicht am Fußboden. Er spielt auch nicht in unserem eigenen Garten da ist er mit der Umwelt beschäftigt und sofort verunsichert sobald er irgendend welche Geräusch hört, so kann er sich auch nicht entspannen und spielen.
    Ich finde es so traurig dass ein so junger Hund keine Lebenslust zeigt herumhüpft und die Welt erkundet, so würde ihm gerne helfen. Hättest du einen Tipp wie ich ihm aus seinem Schneckenhaus holen könnte.
    Ich freu mich auf deine Antwort und Unterstützung alles liebe Mia

    1. Liebe Maria,

      was Du beschreibst klingt wirklich nach einem größeren Problem.Ein Tipp hilft Dir nicht – Du brauchst ganz fundierte Hilfe, vielleicht sogar von einem Verhaltenstierarzt, der sich gut mit Angstverhalten auskennt. Natürlich kann ich Dich online unterstützen, und kann Dich mit meinen Trainingsansätzen vermutlich ein Stück weiterbringen. Da die Angst jetzt schon so lange da ist und sich offenbar nur wenig bessert, gehe ich davon aus, dass wir dem Hund mit Medikamenten helfen sollten, seine Angst zu verringern, so dass Lernen besser möglich ist.
      Ich würde eine Verhaltensanalyse machen, Ziele formulieren und mit Dir gemeinsam einen Plan erstellen, um diese Ziele zu erreichen.

      Ganz klar möchte ich hier schon sagen:Es geht nicht mehr um „Gewöhnung“. Es geht um Therapie. Ich freue mich sehr, dass Du so mitfühlend bist und Deinem Hund helfen möchtest, und hier zu fragen ist eine super Idee. Nur weiß ich eben, dass ein, zwei Tipps Dir nicht helfen, sondern nur ein ganzes Paket von verschiedenen Maßnahmen, Übungen und Trainingstechniken.
      Wenn Du Interesse hast, Training bei mir zu buchen, und gerne näheres erfahren möchtest, kannst Du hier ein kostenfreies Telefongespräch buchen: Kostenfreies Telefonat mit Bettina.
      da können wir uns in Ruhe unterhalten und alles Weitere klären.

      Liebe Grüße
      Bettina

  5. Liebe Bettina ,
    mein 7 Monate alte Hündin ( Entlebucher ) will absolut nicht spielen . Sie nimmt auch keines ins Maul , zum unterschied zu unseren zweiten 11 Jahre alten Hündin , die permanent spielen möchte : zerren , bringen , sie wirft sich das Spielzeug sogar selbst . Die Kleine schaut ihr kurz zu , gehnt , dreht sich weg und geht liegen . Ich würde gerne mit ihr spielen , vor allem hätte ich gerne , wenn Sie apportieren würde . Was kann ich tun ?

    1. Liebe Viera, es gibt natürlich Hunde, die einfach keine Lust am Spielen haben. Möglich wäre auch, dass der ältere Hund in der Hundesprache die ganze Zeit sagt, sie dürfe nicht spielen, und die junge darum „kein Interesse“ zeigt. Da würde ich noch mal hinschauen oder hinschauen lassen von einem Experten (das geht auch online, falls ich diese Expertin sein darf). Ansonsten sind ja im Beitrag selbst mehr als genug Anleitungen enthalten, wie Du der jungen Hundedame das Spielen vielleicht doch noch angewöhnen kannst. Apportieren ist einfach auch nicht Jederhunds Sache… schließlich ist ein Entlebucher kein Retriever. Sie sind Hüte-und Treibhunde und haben ganz andere Aufgaben gehabt als zu apportieren.
      Es ist manchmal viel einfacher, seinen Hund so zu lieben wie er ist, und mit diesem speziellen Hund die Dinge zu unternehmen und zu genießen, die er mag. Das gibt manchmal eine völlig neue Sicht auf die Hundewelt, und öffnet neue Horizonte.
      Auch wir Menschen sind ja sehr unterschiedlich, was das Spielen angeht. Es gibt Kinder, die rennen stundenlang hinter einem Ball her, und andere bleiben lieber ruhig stehen und schauen zu, wie er wegrollt.

      Hoffe das hilft?
      Liebe Grüße
      Bettina

  6. Hallo Bettina,
    Ich habe einen 8 jährigen spanischen Wasserhund aus dem Tierschutz, er ist seit Dezember bei mir. Wir sind eine aktive Familie und haben jetzt schon sehr lange versucht ihn verschiedenes Spielzeug anzubieten doch er nimmt überhaupt nichts an und zeigt gar kein Interesse. Wenn man ihm Kommandos bei bringen will spuckt er mir öfters mal das Leckerlie was es zur Belohnung geben sollte vor die Füße. Ist er einfach nur Faul oder so extrem Sturköpfig? Oder liegt es am Alter? Die Rasse ist eigentlich sehr aktiv und sportlich.

    Mit freundlichen Grüßen
    Saskia

    1. Liebe Saskia,

      danke für die Frage. Ich falle mal mit der Tür ins Haus: Wenn ich in meinen 21 Jahren Hundehaltung eines gelernt habe, dann dass der Hund immer Recht hat. Das meine ich so: Wenn der Hund nicht spielt, hat er einen triftigen Grund. Manchmal ist es eine gesundheitliche Baustelle. Manchmal hat der Hund einfach nie gelernt, zu spielen. Wenn er schon 8 Jahre alt ist könnte es sein, dass er einfach keine Lust mehr hat auf Spiel. Oder aber ihr habt noch nicht das passende Spiel gefunden. Manchmal ist es die Körpersprache des Menschen, die bewirkt, dass sich der Hund nicht traut mitzuspielen, einfach weil wir unbewusst bedrohlich dastehen.

      Je nachdem, was der Hund vorher gelernt und erlebt hat, können auch bestimmte Vorgeschichten zu Unlust bei Spielen führen. Ein Straßenhund zum Beispiel hat vielleicht gar keine Energiereserven für Spiel übrig, und lernt, energieeffizient zu leben. Solche Hunde mögen das oft auch bei vollem Futternapf nicht mehr ändern und sind eher ruhig.

      Es ist auch möglich, dass er sich nicht sicher genug fühlt. Hat er Probleme mit irgendwas? Stress führt ganz automatisch dazu, dass Spiel nicht möglich ist.

      Du siehst: Ich kenne Deinen Hund ja nicht, daher kann ich nicht sagen, was für ihn der Grund ist. Checke einfach alles ab – Beim Tierarzt Schmerzen und alle gesundheitlichen Parameter, Stress, eure Körpersprache, probiere Suchspiele aus, nimm andere Leckerchen, nutze andere Verstärker und nicht nur Futterbelohnungen…

      Wenn Du es genau wissen willst, müsste ich euch kennen lernen, das ist ja auch online möglich. Wir können gerne trainieren miteinander, um den Dingen auf den Grund zu gehen.
      Möglicherweise fehlt es auch einfach an der richtigen Verständigung. Nutze doch mal ein Markersignal – was das ist und wie das geht, erfährst Du hier: https://bettina-haas.com/warum-dir-ein-markersignal-vorteile-bringt/

      Viel Freude mit Deinem Hund – nimm ihn doch einfach, wie er ist. ❤️
      Du kannst ja viele andere schöne Dinge mit ihm machen…

      Liebe Grüße
      Bettina

  7. Hallo Bettina
    Unser knapp 3 Jahre junger golden Retriever , ist ziemlich schnell gestresst wenn meine Tochter(32)mit ihm Spiele im Raum macht.
    Fast schon vor Beginn des Spiels ist er aufgeregt. Er hechelt dann und ist schon früh sehr angespannt.
    Apportierspiele draußen mag er nicht besonders,hingegen freies spielen ohne besondere Regeln eher sein Ding ist.
    Mit alten Handtüchern zerrgeln, Futter suchen, Verstecken spielen. Soetwas macht ihm auch Spaß.
    Da meine Tochter seit langem nicht arbeiten kann (long covid) verbringt sie sehr viel Zeit mit ihm. Ihr gesundheitlicher Zustand belastet sicherlich auch unseren Hund sehr stark !!
    Kann es vielleicht daran liegen ? Und was kann ich für unseren Hund tun,damit er das alles besser verkraftet.

    Liebe Grüße
    Margret

    1. Liebe Margret,

      vielen Dank für die Frage und deine Beobachtung. Toll, dass du es siehst, wenn dein Hund gestresst ist. Am liebsten würde ich es mir anschauen, und deine Tochter coachen, damit sich die beiden wieder gut verstehen und der Stress nachlässt. Oft ist die Ursache Unklarheit und Überforderung auf Seiten des Hundes. Es kann natürlich auch sein, dass er körperliche Probleme hat (Schmerzen im Bewegungsapparat z.b.) und bestimmte Bewegungen nicht machen möchte.
      Eine dritte Möglichkeit ist, dass der Hund durch die Extra-Spiele zu wenig Zeit zum Ruhen hat – die braucht er natürlich. Ständig irgendwelche Dinge auf Signal tun macht keinem Hund Spaß. 10 Minuten Training/Spiele sollten Freude machen.
      Sehr gerne kann ich mit deiner Tochter trainieren, das geht online in Zoom. Dazu müsste sie natürlich Lust haben, bereit sein dafür. Dann gerne!

      Wenn nicht, bleibt nur, ihr den Sachverhalt zu erklären und zu zeigen, und sie zu bitten, das nicht zu tun. Es gibt ja auch noch andere Zeitvertreibs-Möglichkeiten, die ihr gut tun können.

      Ich hoffe, das hilft? Kontaktiere mich gerne, wenn ihr trainieren möchtet. Es sind manchmal kleine Dinge, die einen großen Unterschied bewirken.

      Liebe Grüße
      Bettina

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